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Ghana Landkarte

Die Situation …

Denchemouso ist ein Bauerndorf im Distrikt Atwima in der Region Ashanti. Es liegt in der Nähe von Kumasi, die Hauptstadt der Ashanti Region, ca 400 km nördlich der ghanaischen Hauptstadt Accra. Der Ort ist umgeben von weiteren Dörfern, deren (Schul) Zentrum besagtes Denchmouso ist. Das Dorf hat etwa 5000 Einwohner, die sich ihren Lebensunterhalt hauptsächlich als Bauern auf Subsistenzbasis verdienen.

Denchmouso hat eine Primary School und eine Junior Secondary School, die auch von Kindern und Jugendlichen der umliegenden Dörfer besucht werden. Für die Schulabgänger bestehen nur geringe Chancen, die Ausbildung fortzusetzen. Der Grund dafür: eine weiterführende Schule, die Senior Secondary School gibt es nur im 45 km entfernten Trebuom und die Armut der Eltern macht den meisten Jugendlichen den Besuch dieser weit entfernten Schule unmöglich.

Auch eine Berufsausbildung direkt nach der Junior Secondary School ist nur schwer möglich, denn Lehrstellen gibt es nur im 20 km entfernten Kumasi und auch hier bilden finanzielle Zwänge, wie z.B. die Kosten für eine Unterkunft, für die meisten Lehstellenanwärter unüberwindbare Hindernisse. Zudem ist das Lehrstellenangebot mehr als begrenzt.

Angesichts solcher Rahmenbedingungen sieht die Situation der Jugendlichen denkbar ungünstig aus. Sie haben sehr wenig Chancen, eine Arbeit zu finden, die sie und ihre Familie hinreichend ernähren kann.

Ein weiteres Problem sind die sogenannten Teenager-Schwangerschaften – im Landesdurchschnitt sind es ca 35 %. Nach Auskunft eines Amtsarztes sind im Distrikt Atwina drei von zehn Schwangeren unter 18 Jahren. 1985 gab es in Ghana 713.000 weibliche Teenager im gebährfähigen Alter und diese Zahl wird bis zum Jahr 2000 voraussichtlich auf 1,5 Mio ansteigen.

Für die Mädchen ist die Situation besonders tragisch, da sie wegen der Schwangerschaft die Schule verlassen müssen und somit keine oder nur eine unzureichende Ausbildung vorweisen können. Zudem erfahren sie weder von den Vätern der Kinder noch von ihren Familien hinreichende Unterstützung.

Die Kinder der Teenager-Mütter leiden in der Regel an Unterernährung, Infektionen und Parasiten. Diese ungünstigen Lebensbedingungen wirken sich natürlich sehr negativ auf die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder aus, wodurch wiederum die Grundlagen für Schwierigkeiten und Probleme bis ins Erwachsenenalter hinein gelegt sind. So entsteht ein Teufelskreis aus Armut, Entbehrung, Krankheit und einer Zukunft ohne hoffnungsvolle Perspektive. Angesichts der gewaltigen Zunahme der jugendlichen Bevölkerung, werden auch die Teenager-Schwangerschaften in den kommenden Jahren dramatisch ansteigen.

Hinzu kommt noch, dass aufgrund dieser hoffnungslosen Situation, bei vielen Jugendlichen die Gefahr von Depression und eventuell daraus folgender Drogensucht gegeben ist.

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