Ghanaian German School

Das Ghanaian German School ist 1994 mit kleinen Anfängen gestartet: sechs Schülerinnen und zwei Schüler begannen nach einer kurzen Aufbauphase im Januar mit ihrer zweijährigen Ausbildungszeit als Schneiderinnen und Schneider. Der Start war nur möglich, weil das Michaeligymnasium in München das Geld gesammelt hatte und die Nähemaschinen davon bezahlt werden konnten.

Die Lehrer des DVTC 2009 mit Albert Osei-Wusu

Die Lehrer des DVTC 2009 mit Albert Osei-Wusu

Bereits von Anfang an richtete sich das neue Ausbildungszentrum in Ghana auch an unterprivilegierte Jugendliche, deren Familien die Ausbildung ihrer Kinder nicht finanzieren konnten. Es sind nicht nur die Schulgebühren, sondern auch die vielen Nebenkosten wie Schulbücher und -hefte, Schuluniformen und Lebenshaltungskosten, die eine Belastung für arme Familien darstellen. So leben die Auszubildenden an der Schule, da sie nicht nur aus dem Dorf oder der näheren Umgebung stammen. Und selbst wenn sie zum Beispiel in Kumasi leben, sind die Verkehrsverhältnisse so schlecht, dass ein täglicher Schulweg schnell mehrere Stunden betragen kann. Deshalb war es dem Verein wichtig, über Patenschaften die Ausbildung dieser Jugendlichen zu fördern.

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Schneider-Gebäude

Gestartet in einer kleinen Scheune war sehr früh klar, dass dies keine optimalen Lern- und Lehrbedingungen sind. Auch wuchsen die Schülerzahlen rasch von den acht Auszubildenden, die 1994 begannen auf rund 30 Auszubildende. Ein Lehrgebäude musste her und 1996 konnte mit dem Bau des Schneidergebäudes begonnen werden. Die rund 50.000 DM konnten durch Spenden und die vielen Basara, die die Partnergymnasien in München und Icking gesammelt hatten, aufgebracht werden. In rund einem Jahr war das Schneidergebäude fertiggestellt und die Ausbildung konnte ansprechenden Räumen stattfinden.

Mit separaten Lehrsälen und Werkstätten konnte die Ausbildung um den Bereich Batiq, die Gestaltung von Stoffen in den typischen afrikanischen Mustern, erfolgreich gestartet werden. Seitdem werden nicht nur gekaufte Stoffe verarbeitet, sondern Stoffe veredelt und den Auszubildenden eine zusätzliche Qualifikation vermittelt.

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Schreinerei mit Lehrsälen und Direktion

Gemeinsam mit der Schulleitung und dem GGS-Board wurde das Konzept weiter entwickelt. In einer Region wie Kumasi, die vom Holzhandel lebt, lag der Aufbau einer Schreinerausbildung nahe. Geld und Idee waren mit viel Arbeit, aber dennoch in kurzer Zeit vorhanden und mit Unterstützung der Bundesregierung konnte das Projekt im Wert von fast 100.000 DM im Jahr 2000 starten und 2001 abgeschlossen werden. Eine Münchner Schreinerei stellte zwei grosse Sägemaschinen zur Verfügung und mit weiteren Spenden konnten auch zahlreiche Werkzeuge angeschafft werden.

Von 1994 bis 2004 konnte die Kapazität des Ausbildungszentrums von acht Auszubildenden auf rund 80 Auszubildende aufgestockt werden. Während unter den Schreinern nur junge Männer anzutreffen sind, ist die Schneiderwerkstatt bunt gemischt. Und der Erfolg des GGS ist es, dass alle Absolventen einen Job fanden. Die Schreiner werden als Facharbeiter in der Region geschätzt und durch eine Kooperation mit der Schule schnell in feste Arbeitsverhältnisse vermittelt. Und viele der Schneiderei-Absolventen können sich mit der fundierten Ausbildung – eine Ausnahme in dem afrikanischen Land – auch als Selbstständige eine hohe Qualität ihrer Arbeit gewährleisten. Mit dem Aufbau des GGS Hostel können rund 160 Auszubildende am DVTC eine fundierte und anerkannte Ausbildung in zwei Jahren erlangen.

2005 wurde die GGS als Ausbildungseinrichtung beim ghanaischen Ministry of Education zertifiziert. Damit wurde schliesslich die Voraussetzung geschaffen, um die Ausbildungseinrichtung in ghanaische Hände zu legen. Entwicklungspartnerschaft ist für den Deutsch-Ghanaischen Freundschaftskreis immer nur eine Anschubfinanzierung, die durch das Land – Ghana – betrieben werden müssen. 2010 wurde die Schule deshalb in die Trägerschaft der German Ghanaian Friendship Association in Kumasi gelegt, der die Schule seither betreibt und mit dem wir gemeinsam kleine Projekte wie die Einrichtung einer Bibliothek entwickeln.

2010 hat unsere ghanaische Schwesterorganisation die Trägerschaft für die Schule übernommen. Sie hat neben dem Berufsschulzweig einen Senior High School-Zweig aufgebaut und im Herbst 2010 operativ in Betrieb genommen. Derzeit läuft der Ausbau der Schule, zu dem die Einrichtung einer Bibliothek und eines PC-Labor gehören. Ende 2011 sollen insgesamt rund 180 Auszubildende und Schüler an der Ghanaian German School unterrichtet werden.

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